Die Namensgeber unserer Schule

Die Brüder Grimm 

Jacob Grimm (*4.1.1785) und Wilhelm Grimm (*24.2.1786) wurden in Hanau geboren. Sie stammten aus wohlhabenden Verhältnissen und hatten sieben Geschwister, drei davon verstarben noch im Säuglingsalter. Ihr bereits mit 44 Jahren verstorbener Vater Philipp Wilhelm Grimm war Jurist und später Amtsmann, ihre Mutter war die Tochter eines Hanauer Kanzleirats.  

Nach dem Tod des Vaters unterstützte die Schwester der Mutter die beiden Brüder finanziell und kam für deren Schulausbildung in Kassel auf. Beide Brüder studierten danach Rechtswissenschaften in Marburg.  

Es folgten Anstellungen als Gelehrte und im Staatsdienst. Nach dem Tod der Mutter musste Jacob als ältester Sohn, mit Unterstützung durch seinen Bruder Wilhelm, überwiegend alleine für den Unterhalt der Familie sorgen. 

In diesen Zeitraum fällt auch die erste Beschäftigung mit volkstümlichen Erzählungen, welche die Brüder für weitere Generationen bewahren wollten. Hierzu zählten neben Sagen auch hauptsächlich Märchen.  

Die Märchen  

Die Märchen selbst wurden hauptsächlich von Frauen aus dem bildungsbürgerlichen Milieu überliefert. Diese ließen sich die Märchen wiederum von Angestellten oder anderen gesellschaftlich weniger privilegierten Bevölkerungsgruppen erzählen. 

1812 wurde die erste Ausgabe der Kinder- und Hausmärchen veröffentlicht, welche bis 1858 von Jacob und Wilhelm Grimm herausgegeben wurden.  

Fast jeder von uns dürfte mehrere Märchen der Brüder Grimm kennen. Die Originaltexte sind dagegen kaum bekannt. Trotzdem findet man immer auch bei Nacherzählungen der Originaltexte die für Märchen so typischen sprachlichen Besonderheiten. Verantwortlich hierfür ist maßgebend Wilhelm Grimm, der mit seinen zahlreichen Überarbeitungen der Märchen den typischen Märchenstil formte. 

In der Zeit nach dem 2. Weltkrieg wurden Märchen vor allem aufgrund ihrer Grausamkeit in Bildungseinrichtungen aller Art häufig als nicht kindgerecht eingestuft. Seit den 70er Jahren fand allerdings ein Umdenken statt. Märchen werden seitdem auch auf institutioneller Ebene wieder überwiegend als kindgerecht angesehen. Begründet wird dies mit der einfachen, altersangemessenen Sprache, die Kindern vor allem beim Zuhören entgegenkommt.  

Durch die polarisierenden Eigenschaften der Charaktere (z.B. faul-fleißig, ehrlich-hinterlistig, …), die auch von Kindern in „gut“ und „böse“ kategorisiert werden können, wird den Märchen eine unterstützende Funktion bei der Bildung von Wertevorstellungen zugeschrieben. Somit können sie zur Persönlichkeitsbildung beitragen und diese positiv beeinflussen.  

Vor allem geht man aber davon aus, dass das Märchen Kindern emotionale Sicherheit und Zuversicht vermitteln kann. Getreu dem Motto: Gehe deinen eigenen Weg, auch wenn es schwierig ist! Lass dich nicht unterkriegen, dann wirst du am Ende dafür belohnt!  

Ihr Wirken 

Ist die Rede von den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm, verbinden wir diese Namen zunächst mit der beachtlichen Märchensammlung, die die beiden zu Lebzeiten erstellten. Das Wirken der Brüder Grimm ging aber weit über das Sammeln von Märchen hinaus.  

Vor allem im weiteren Verlauf ihres Lebens gelang ihnen der berufliche Aufstieg – bis hin zur Berufung an die ‚Akademie der Wissenschaften zu Berlin‘ im Jahr 1840.  

Von 1838 bis zu ihrem Tod verfassten sie dort hauptsächlich das Deutsche Wörterbuch, welches so umfassend war, dass es zu Lebzeiten der Brüder nicht fertiggestellt werden konnte. Das verwundert kaum, war doch das Ziel dieses Werkes, Herkunft und Gebrauch des gesamten deutschen Wortschatzes zu erfassen. Erst 1961, also 123 Jahre später, wurde das Werk beendet, welches 33 Bände mit insgesamt ca. 320.000 Stichwörtern umfasst.  

Die Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache und deren Erforschung war zugleich Leidenschaft und Lebensmittelpunkt der beiden Brüder. Durch ihre Arbeit, insbesondere durch die zahlreichen Abhandlungen zur deutschen Sprachgeschichte, wurden sie zu wichtigen Mitbegründern der Germanistik als Universitätsdisziplin. Dies ist das eigentliche Verdienst der Brüder Grimm. Die Beschäftigung der beiden Brüder mit Märchen ist in diesem Kontext als ein Arbeitsfeld von vielen zu betrachten.  

Wilhelm Grimm verstarb am 16.12.1659, Jacob Grimm am 20.09.1863.  

Quelle: www.grimmwelt.de

Das Brüder-Grimm-Denkmal in Hanau
Quelle: wikimedia.org